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Rollendruckmarkt

11.10.2017 09:54

Manroland Web Systems möchte eigene Bilanz durch Aufmöbelung von Fremdmaschinen aufmöbeln

Mit dem Retrofit-Geschäft möchte der Augsburger Druckmaschinenhersteller Manroland Web Systems das eher schrumpfende Neumaschinen-Geschäft kompensieren. Vor allem die Maschinen anderer Hersteller befinden sich im Visier der Bayern.

Wie die Substanz eines Investitionsgüter-Marktes gelitten hat, zeichnet sich auch an zuweilen überraschend großen Verschiebungen der Marktanteile ab.

Im Rollendruckmarkt ist das besonders offensichtlich: nachdem das Unternehmen alleine zwischen Mai und September 2017 Neumaschinen-Aufträge in Höhe von 80 Millionen Euro erhalten hatte, konnte CEO Alexander Wassermann gestern bei der World Publishing Expo in Berlin wohlgefällige Tortengrafiken präsentieren. Der Marktanteil von Manroland Web Systems im Neumaschinengeschäft nämlich schwellte auf 75 Prozent an.

Dennoch sucht Manroland Web Systems intensiv nach Möglichkeiten, die eigene Ausrichtung breiter zu gestalten und die Dominanz des Maschinenbaus im eigenen Portfolio zu verringern. So wurde ja bereits die Maschinenproduktion mit ihren 300 Mitarbeitern in eine eigene Gesellschaft ausgelagert. 

Nun soll es das Retrofit-Geschäft sein, das dazu beiträgt, für Zeiten vorzusorgen, in denen der Neumaschinen-Marktanteil wieder deutlich fällt - und die werden wohl kommen. Besonders das Retrofit von Maschinen anderer Hersteller sowohl im Zeitungs - wie auch im Illustrationsdruck soll forciert werden. 

Der Pilotkunde für die Integration von Software an Fremdmaschinen kommt aus den USA: Das PECOM-X Leitstandsystem ersetzt heute die alten Leitstände an der Goss Headliner Offset-Anlage bei Star Tribune in Minneapolis. 

Auch die Bay Area News Group in Kalifornien hat sich für ein Upgrade der Steuerung und Elektronik an einer Colorliner Maschi-ne am Produktionsstandort Concord entschieden. So sollen Produktionsflexibilität und Effizienz verbessert werden.  

Auch in China hat Manroland Web Systems mittlerweile Geschäft mit Fremdmaschinen generieren können: Dort organisiert Manroland Web Systems den Umzug einer Goss-Zeitungsdruckmaschine.

Vielversprechend aber wenig erfüllend dagegen war dagegen die Marktakezptanz digitaler Finishing-Lösungen für Zeitungen und Bücher. Bei der Drupa 2016 noch im Mittelpunkt des Messeauftritts des Augsburger Druckmaschinenherstellers, sind die Systeme nun bei der World Publishing Expo eher in die Peripherie der Aufmerksamkeit geraten. "Das ist kein boomendes Geschäft", so CEO Alexander Wassermann bei der Pressekonferenz am Rande der World Publishing Expo.

Martin Schwarz, Berlin

 

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