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Politische Schrift

20.07.2017 22:59

Typograf entwickelt Protestschrift gegen türkischen Präsidenten Erdogan

Galata heißt die Schrift, die der Wiener Typograf Rainer Scheichelbauer nun vorgestellt hat. Es ist nicht irgendeine Schrift. Es ist ein politisches Statement: das Wort "Erdogan" kann damit nicht geschrieben werden.

Ein Aufenthalt in der Türkei im Jahr 2013 dürfte den Wiener Schriftdesigner Rainer Scheichelbauer beeindruckt haben: als er damals eine Typol-Konferenz in Istanbul besuchte, während gerade die Gezi-Proteste in Istanbul begannen, stieß Scheichelbauer auch auf ein Graffiti, auf dem der Name des türkischen Präsidenten Recep Tayip Erdogan leicht verändert wurde - zu "Erdo-gone". 

Jetzt stellte Scheichelbauer die Schriftfamilie "Galata" vor - und die trägt eine politische Botschaft in sich: sobald man damit versucht, das Wort "Erdogan" zu schreiben, wird automatisch "Erdogone" draus. In der Türkei dürfte die Schrift also eher wenig Verbreitung finden. Tippt man das Wort „Gezi“ ein, erhält es den Raum, den der seit 2013 jedem geläufig gewordene Park in Istanbul in den Augen Scheichelbauers zukommt.

Weiteres Gadget: Mit der Schrift kann man „Schere, Stein, Papier“ spielen oder „Tic Tac Toe“ oder sogar das durch Alain Resnais’ Film „Letztes Jahr in Marienbad“ berühmt gewordene Marienbad-Spiel – und das auch gegen den Font selbst, wofür man allerdings eine hohe Frustrationstoleranz benötigt: Der Font antwortet nämlich stets mit dem Idealzug – und gewinnt immer. Die Galata ist damit der weltweit erste Font mit eingebauten Spielen, eingebauter künstlicher Intelligenz und auch eigebautem politischem Statement.

 

 

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