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19.06.2017 12:23

"Kommt dem Offsetdruck am nächsten"

Es war eine sehr weitreichende Entscheidung: Berthold Druck in Offenbach hat den Offsetdruck völlig aufgegeben und druckt nun nur noch mit einer HP Indigo 10000. Geschäftsführer Stefan Gey über die Umwälzungen in seinem Betrieb, welche Aufträge er jetzt auslagert und warum er glaubt, dass Individualisierung wichtiger wird.

"Die Entscheidung, den Offsetdruck aufzugeben, ist in erster Linie deshalb gefallen, weil der Preisdruck in diesem Segment doch sehr hoch ist. Bei Standarddrucksachen lohnt sich das Verfahren kaum noch, weil die Auflagen tendenziell eher kleiner werden. An dieser Stelle kommt uns der Digitaldruck sehr entgegen. Wir können sehr schnell reagieren, sehr schnell produzieren und es passt sehr gut zu unserer Kundenklientel.

Natürlich ist der Digitaldruck für uns nicht neu. Wir setzen schon seit einigen Jahren tonerbasierten Laserdruck ein. Außerdem bieten wir unseren Kunden auch Großformat mit Latex und UV an. Aber im letzten Jahr war auch im Digitaldruckbereich eine Neuanschaffung geboten. So trafen zwei Entscheidungen zusammen: den Offsetdruck aufgeben und etwas Neues im Digitaldruck machen. Bis zur Anschaffung der HP Indigo 10000 hat es dann vielleicht noch ein Dreivierteljahr gedauert.

Warum die HP Indigo 10000? Die Maschine kommt zum einen aufgrund des Druckverfahrens mit flüssigem Toner, zum anderen aufgrund der Verwendung eines Gummituchs als Zwischenträger unserer Meinung nach dem Offsetdruck am nächsten. Auch das B2-Format war für die Entscheidung ausschlaggebend. Maschinen in diesem Formatbereich gibt es zwar noch im Segment des Tintenstrahldrucks, doch für eine Investition schien uns das zu früh zu sein. Hier stellen sich meiner Einschätzung nach noch keine richtig überzeugenden Ergebnisse dar. Hätten wir nicht den Umstieg in dieses etwas größere Format geplant, wären natürlich weiterhin trockentonerbasierte Systeme interessant gewesen. Doch mit den üblichen Digitaldruckformaten sind wir zu sehr eingeschränkt.

Hohe Auflagen für Kollegen

Jetzt haben wir also nur noch Digitaldruck und statt der Offsetmaschine eine HP Indigo 10000. Damit haben wir die Möglichkeit, den größten Teil der Aufträge, die wir vorher im Offset produziert haben, einfach weiterzumachen. Das scheitert nur manchmal an den zu hohen Auflagen, die wir an Kollegen weitergeben. Bei 5000 Broschüren lohnt es beispielsweise nicht mehr, sie im Digitaldruck herzustellen. Aber dafür lohnen sich kleinere Auflagen umso mehr, so dass die Kollegen, die eine solche Maschine nicht haben, den Digitaldruck wiederum auch gerne bei uns in Anspruch nehmen. So gleicht sich das Ganze wieder aus. Und unser Metier waren ohnehin immer schon kleinere Drucksachen in nicht so hohen Auflagenbereichen.

Pantone ohne Probleme

Natürlich haben wir die HP Indigo 10 000 vorher gründlich getestet. Wir  haben uns die Maschine bei einigen Anbietern und im Vorführraum angeschaut und sie mit eigenen Daten und vor allen Dingen auch mit anderen Materialien, die wir aus dem Offsetdruck kennen, gefüttert. Man merkt zum Offsetdruck keinen Unterschied. Mit der Farbraum-Erweiterung gibt es auch keine Probleme mit Pantonetönen. Diese lassen sich gut darstellen. So konnten wir die meisten Kunden aus dem Offsetbereich ganz problemlos mit in den Digitaldruck nehmen. Bei manchen Kunden vermarkten wir den Digitaldruck aber trotzdem sehr offensiv, um die zusätzlichen Möglichkeiten aufzuzeigen. Wir produzieren relativ viele innovative Produkte zum Beispiel mit der Hochschule für Gestaltung, die grafisch ein bisschen anspruchsvoller oder ungewöhnlich sind, sodass wir immer sehr schönes Anschauungsmaterial haben und zeigen können, was mit Digitaldruck alles möglich ist.

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Sinn für das Druckprodukt

So gibt es auch für uns jede Menge neue Sachen zu entdecken. Es ergeben sich ganz neue Perspektiven. Dazu gehört zum Beispiel der Druck kleiner individualisierter Verpackungen. Selbstverständlich haben wir vorher schon Mailings und Flyer personalisiert, aber nun können wir den variablen Datendruck bequem weiter ausbauen.

Individualisierung ist zwar kein Megatrend, aber sie wird immer wichtiger. Sie bietet dem Leser ein Erlebnis. Das ist heutzutage, wo man sich an vielen Stellen fragen muss, wie viel Sinn ein Druckprodukt überhaupt noch macht, sehr viel wert. In unseren Augen ist Individualisierung im Kommen, auch wenn man bei großen Mengen vielleicht noch darauf verzichtet. So sehen wir uns für die Zukunft gut gerüstet und haben keine der Entscheidungen bereut."

Aufgezeichnet von Anja Schlimbach

(4c Printausgabe 3/2017)

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