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Kochstudio

27.04.2017 11:55

Systemwechsel

Schadcodes durch Banner, Werbestopp bei großen Online-Networks, Pageviews, die kein Mensch jemals ausgelöst hat: Online-Werbung muss sich das Vertrauen der Kunden gerade wieder zurückerobern. Ein guter Zeitpunkt, um an die Tugenden von Print zu erinnern.

Es ist schon besser gelaufen für die Online-Werbeindustrie. Beinahe täglich werden wir mit neuen schlechten Nachrichten aus der Bannerindustrie konfrontiert. Ein Auszug aus der Murphy`s Law-Liste der letzten Wochen:

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnek (BSI) warnt nun Website-Betreiber vor „Drive-By“-Angriffen durch schädliche Werbebanner. Im Falle des jüngsten Angriffs auf den Bundestag war der Schadcode über Werbeeinblendungen ausgeliefert worden.

Online-Werbung im Shitstorm

Der Chairman des Auditors Ebiquity, Michael Higgins, sagt, dass nur 40 Prozent der programmatisch ausgelieferten Werbung beim Verbraucher tatsächlich ankommt. Die übrigen 60 Prozent gingen den Werbekunden durch Ad Fraud, mangelhafte Viewability und Traffic verloren, der durch Bots entsteht.

WPP, die größte Werbeholding der Welt, warnt ihre Kunden, dass im vergangenen Jahr digitale Anzeigen im Wert von über zwölf Milliarden US-Dollar im Nirvana verschwanden.

Viele große Marken wie Audi, McDonald`s oder Walmart haben in einigen Märkten ihre Werbung bei YouTube und dem Google Display Network gestoppt. Grund ist die Platzierung von Anzeigen im Umfeld fragwürdiger, extremistischer Inhalte, die die britische Zeitung “The Times” aufgedeckt hatte.

Da wird einem ja angst und bange. Es ist, als hätten wir mit dem Einzug der digitalen Medien in unsere Mediapläne die Büchse der Pandora geöffnet.

Aber es ist kein feiner Zug, die Konkurrenz um die Werbegelder der Unternehmen schlecht zu machen. Deshalb nehmen wir diese Meldungen zum Anlass einmal aufzuschreiben, was die Printmedien - Zeitungen und Magazine - alles Gutes tun. Getreu dem Motto: Tue Gutes, wir reden darüber.

Print macht schlau

Print ist intellektuell. Erfahrene und qualifizierte Journalisten liefern Hintergründe zu aktuellen Ereignissen. Sie gewähren, weit über die Agenturmeldungen des Tages hinaus, tiefe Einblicke in die Geschehnisse, die für unser Leben relevant sind. Sie helfen uns, unsere Welt zu verstehen. Print macht uns schlau. Nach dem Lesen von Zeitungen und Magazinen sind wir immer schlauer als vorher.

Print ist überraschend. Print erstaunt uns mit Informationen und Unterhaltung, die wir eben nicht ausdrücklich suchten. Lesen macht neugierig. Printmedien erweitern unseren Horizont und lassen uns an einer schier unendlichen Vielfalt von Erlebnissen teilhaben. Print selbst ist immer ein Erlebnis.

Print muss sich nicht verstecken

Print ist ein Schaufenster. Ein Fenster zu unserer unmittelbaren Umwelt. Ein Fenster gar zur ganzen Welt. Und ein Schaufenster für die Waren und Angebote, die uns interessieren - auch für die, von denen wir nicht einmal wussten, dass sie uns interessieren. Print hilft uns immer, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Im Leben ebenso wie beim Einkaufen.

Print ist Glück. Lesen macht uns glücklich. Sei es zur Entspannung, zur Unterhaltung oder zur Information. Print hinterlässt immer ein gutes Gefühl. Print befriedigt unser Hirn, unser Herz und unsere Sinne. Die Leser spüren es jeden Tag. Und die Werber wissen, welchen Wert dies alles für ihre Kommunikation besitzt – und die, die es nicht wussten, wissen es jetzt.

Print muss sich nicht vor anderen Medien verstecken. Nicht vor dem Fernsehen als Werbemedium. Und schon gar nicht vor den digitalen Medien. Die haben – siehe oben - genügend eigene Probleme.

Thomas Koch

(4c Printausgabe 2/2017)

Thomas Koch, Mediaplaner, Agenturgründer, Ex-Starcom-CEO, Herausgeber von "Clap" und Media-Persönlichkeit des Jahres, schreibt hier regelmäßig über die Zukunft von Print. Folgen Sie Thomas Koch auf Twitter: @ufomedia

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