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Verpackungsdruck

19.04.2017 06:03

Leuchtendes Beispiel

Ein deutscher Verpackungsspezialist hat die erste Verpackung kreiert, die auf OLED-Technologie basiert. Das ist nicht bloß technische Spielerei, sondern könnte die Markenkommunikation am Point of Sale grundlegend erneuern.

Ihre Aufgabe ist eigentlich in nur wenigen Sekunden erledigt: die Wirkdauer, die man heute einer Verpackung zugesteht, um einen Konsumenten vom Produkt zu überzeugen, ist nicht länger als ein paar Augenblicke. Sobald der Konsument dann das Produkt in seinen Einkaufswagen gehoben hat, wechselt die Verpackung sofort ihre Funktion: sie soll nun beim Transport schützen, bis das Produkt zuhause angekommen ist. Dort bekommt sie wieder eine andere Aufgabe: sie soll dann den Konsum des Produktes erleichtern - etwa durch spezielle Öffnungsmechanismen oder sie soll das Produkt frisch halten.

Für Verpackungsdesigner und Verpackungstechniker bedeutet vor allem die erste Aufgabe der Verpackung - die passive Überzeugungsarbeit gegenüber dem Kunden nämlich: Stress. Wer nur wenige Sekunden Zeit hat, um zu überzeugen, muss auf sehr plakative, schnelle Effekte ausweichen. Und da hat der deutsche Verpackungsspezialist Karl Knauer nun eine Verpackungsvariante erdacht, die vieles erleichtert: die erste industriell gefertigte Verpackung, die auf OLEDs basiert.

Langes Leuchten

Zwar sind leuchtende OLED-Displays schon länger bekannt, so konsequent in die Verpackungsproduktion eingebettet wie bei Knauer wurden sie aber noch nie. Im Druck werden die OLED-Schichten über Inkjetdruckköpfe angebracht. Die OLEDs, Dünnschichtelemente aus organischen halbleitenden Materialien, werden um spezielle Barriere-Kunststoffe zur Isolation und  als Leiterbahnen ergänzt. Die notwendigen gedruckten Batterien sind ein Zink-Mangandioxid-System ohne Schwermetalle und damit umweltverträglich. Die Batterien halten auch lange: Wegen des geringen Energieverbrauchs können die Lichtelemente energieautark mit den Batterien über viele Wochen und Monate betrieben werden. Das Produkt wird also auch zuhause beim Konsumenten noch Aufmerksamkeit anziehen können und dadurch vielleicht auch eher konsumiert. Und: Die Technologie ist nachhaltig, eine Verpackung kann ins Altpapier wandern.

Kunde kommt, Verpackung leuchtet

Für die Zukunft hat Karl Knauer konkrete Pläne: Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll es für die OLED-Leuchten über Flächen und frei formbare Logos hin zu farbigen Displays gehen. Die Animation, beispielsweise eines Getränkelogos auf der Flasche, übernimmt ein Mikrochip, der neben dem Blinken und Pulsieren weitere Lichtchoreografie-Varianten leisten kann. Bisher mechanisch ausgelöst, kann die Aktivierung des Lichteffektes künftig dann auch berührungslos, ohne die übliche Sensoren, erfolgen. Die Idee: Der Kunde nähert sich dem Regal und die Verpackung beginnt zu leuchten. Gerade bei hochpreisigen Marken dürfte dieses elektrische Zwinkern der Verpackung ein unwiderstehliches Lockmittel für die Kundschaft sein.

Ingo Woelk

(4c Printausgabe 2/2017)

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