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Typografie

10.02.2017 12:39

Der Schrift-Spion

Schöne Schrift entdeckt. Keine Ahnung, wie sie heißt. Genau dieses Problem soll Spector lösen. Das kleine Gerät identifiziert in wenigen Sekunden Fonts und Farben in Druckprodukten.

Auf die kommenden Monate wird es ankommen. Dann nämlich möchte sich Fiona O`Leary mit ihrem neuen Projekt auf Kickstarter jene Finanzierung sichern, die es ihr ermöglicht, ein Gerät zu produzieren, das vielleicht schon bald zu einem der beliebtesten Gadgets von Designern wird. Spector heißt der kleine, orangefarbene Design-Spion, mit dem Kreative künftig nicht mehr rätseln müssen, welche Schrift sie da gerade vor Augen haben oder welche Farbe. 

Schriften-Verzeichnis

„Die Software von Spector funktioniert wie ein InDesign Plug-In. Eine Kamera im Gerät fotografiert das Sample, ein Algorithmus vergleicht es mit der Datenbank, erkennt den Font oder die Farbe und sendet die Informationen ans Programm“, so O’Leary. Die Font-Datenbank erweitert O`Leary indes stets weiter. Außerdem arbeitet sie daran, dass Nutzer eine globale Datenbank mit ihren persönlichen Fonts einspeisen können, wodurch das Gerät zu einem Wikipedia der Schriften werden sollte. „Als Designer sammelt man immer Samples, die einem gefallen. Wieso soll man sie also nicht anwenden können“, sagt O’Leary.

Nur bis Schriftgröße 48 

Freilich hat das Gerät den nachvollziehbaren Nachteil, dass die Schrift so gerade wie möglich fotografiert werden muss, um eine Wiedererkennbarkeit zu gewährleisten. Ein schräg gescannter Font wird nur schwer, ein kopfüber Fotografierter gar nicht erkannt. Und eine Eingrenzung gibt es ebenso: Spector erkennt Typografie nur bis zur Schriftgröße 48. „Das Gerät ist eher dafür gedacht, Fonts aus Büchern, Zeitschriften oder Auslagen zu erkennen und nicht Billboards oder riesige Poster“, so O’Leary.

Für den Designer-Alltag allerdings noch hilfreicher könnte eine andere Funktion des Spector sein, die auch Motivation für O`Leary war, solch ein Gerät überhaupt zu entwickeln: dass gedruckte Schrift zuweilen in Print doch anders aussieht als noch am Bildschirm während des Designprozesses. Mit dem Spector soll es solche unliebsamen Überraschungen nicht mehr geben.

Aber jetzt muss Erfinderin Fiona O`Leary Geld sammeln. Für die Serienproduktion des Spector. Knapp 70 Euro soll das Gerät kosten, wenn es auf den Markt kommt. 

Muhamed Beganovic

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