Business Design Tools Druck Digital PLUS
StartseiteBusinessZeitungsdruckKnapp 19 Millionen Euro für Druckerei-Schließung

Zeitungsdruck

19.10.2015 20:41

Knapp 19 Millionen Euro für Druckerei-Schließung

Die Verlagsgruppe Madsack muss für die Schließung der eigenen Zeitungsdruckerei tief in die Tasche greifen und hat mit der Gewerkschaft ver.di und em Betriebsrat ein millionenschweres Paket für einen Sozialplan ausgehandelt. Indes investiert die Druckerei Oppermann, die künftig die Madsack-Titel produzieren wird, kräftig in den Ausbau ihres Druckzentrums in Rodenberg.

Die Schließung der verlagseigenen Druckerei wird der Verlagsgruppe Madsack in Hannover Millionen kosten. Verlagsleitung, Gewerkschaft und Betriebsrat haben sich auf einen Sozialplan geeinigt, der unter anderem die Errichtung einer Transfergesellschfaft sowie die Zahlung von Abfindungen vorsieht. Insgesamt 18,75 Millionen Euro wird Madsack für diese Maßnahmen bezahlen. 

Madsack hatte entschieden, die eigenen Druckerei mit Jahresende 2016 zu schließen und die eigenen Zeitungen wie etwa die Hannoversche Allgemeine bei der Druckerei Oppermann herstellen zu lassen. Axel Springer hatte unmittelbar nach der Entscheidung von Madsack ebenfalls seinen Auftrag zum Druck einer Regionalausgabe der "Bild"-Zeitung abgezogen.

Madsack-Geschäftsführer Thomas Düffert hatte die Entscheidung zur Schließung zu Beginn des Sommers mit den schwer veralteten Anlagen gerechtfertigt. Ein Investment in neue Technologie sei "wirtschaftlich nicht darstellbar". Die Schließung hatte scharfen Protest ausgelöst, unter anderem auch aus der Politik: Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte die Auftragsvergabe an Oppermann kritisiert, weil das Unternehmen tarifungebunden arbeite. Auch Doris Schröder-Köpf, Landtagsabgeordnete und Frau des ehemaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder, setzte sich für einen Erhalt der rund 170 Arbeitsplätze in Hannover-Kirchrode ein.

Oppermann hat für seinen Standort in Rodenberg indes ein Investitionsprogramm aufgelegt. Für rund 30 Millionen Euro soll sowohl in Druckmaschinen als auch in Weiterverarbeitung investiert werden. So sollen künftig Zeitungen im Rheinischen wie auch im Berliner Format gedruckt werden können. 

Einer der Hersteller, der den deutlich aufgewerteten Druckstandort Rodenberg künftig ausstatten wird, ist Müller Martini. Wie das Unternehmen bei der World Publishing Expo in Hamburg bekannt gab, wird Müller Martini Versandraum-Technik liefern, darunter zwei Proliner-Einstecksysteme.

Oppermann hat außerdem angekündigt, 30 zusätzliche Mitarbeiter in Rodenberg zu beschäftigen, einige von ihnen werden wohl von der Madsack-Druckerei kommen. 

 

leaderboard,skyscraper,rectangle_cad_300_250,banner_468,rectangle_300_250,rectangle_300_100