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Zeitungsdruck

16.10.2014 19:06

Nicht mehr Offset, noch nicht digital

Der Druckmaschinenhersteller Koenig & Bauer verortete bei der World Publishing Expo in Berlin den Zeitungsdruck in einer schwierigen Übergangsphase: die großen Maschinen finden kaum mehr Abnehmer, die neuen digitalen Maschinen finden noch keine funktionierenden Geschäftsmodelle.

Eher schön und selten, wenn sich in den offiziellen Verlautbarungen von Unternehmen treffsichere Analyse mit Offenheit vermengen. Bei den Einschätzungen des Druckmaschinenherstellers Koenig & Bauer zum Rollen - und Zeitungsdruck ist aber genau dies der Fall: anlässlich der World Publishing Expo in Amsterdam zeichnete der Würzburger Hersteller ein ziemlich scharfes Bild des Marktes, der im Offsetbereich überreif und im Digitaldruck noch völlig unterentwickelt ist.

Auf 300 Millionen Euro schätzt Koenig & Bauer in diesem Jahr das weltweite Auftragsvolumen für Rollenoffsetanlagen und radiert auch nicht die Probleme des hochvolumigen Digitaldrucks aus, in den Koenig & Bauer ja mit der Rotajet-Serie eingestiegen ist. Solche Anlagen würden in der Branche "zwar eifrig diskutiert, gelegentlich auch getestet, bei den dafür notwendigen Anlageinvestitioenn halten sich die Zeitungsverlage aber noch sehr zurück", heißt es. Womit eine sehr schwierige Übergangspase beschrieben ist, in der das traditionelle Geschäft einbricht und Investitionen in neue Entwicklungen sich noch lange nicht amortisieren. "Digital bringen klassische Zeitungshäsuer derzeit zuerst mit online oder mobile in Verbindung", bekennt KBA-Vorstand Chrsitoph Müller.

Dennoch trachtet Koenig & Bauer danach, seine Lösungen im Digitaldruck zu erweitern. Mit der Rotajet 89-130 erhält die bisher von KBA gebaute Rotajet 76 einen technologischen Zwilling, der aber um einiges leistungsstärker ist. Die Serie umfasst fünf Anlagen für Papierbahnbreiten zwischen 895 und 1.300 Millimeter. Die Systeme sind modular erweiterbar: die Bahnbreiten können in diesem Bereich einfach aufgestockt werden.

Das freilich löst für Koenig & Bauer wie auch für andere Hersteller im Zeitungsdruck nicht ein Problem, das auch bisherige Produktionsstrukturen infrage stellt. "Das ehemals große Marketsegment Rollenoffset mutiert vom Volumen - zum Nischenmarkt.", so KBA-Vorstand Müller.

Der Würzburger Hersteller will sich nun insgesamt noch schlanker aufstellen: "Wir müssen unsere Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit in allen Bereich nachhaltig stärken. Dafür brauchen wir mehr Transparenz und mehr strategische Flexibilität. Eine Dachgesellschaft, also Holding mit wenigen Zentralfunktionen, einem kleinen Vorstand und darunter angeordneten operativen Einheiten mit eigenen Geschäftsführern kommt unseren Zielen sehr entgegen", so Konzernchef Claus Bolza-Schünemann über den Konzernumbau.

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