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Zeitungsdruck

21.08.2014 10:13

Arbeitgeber wollen Kollektivvertrag neu verhandeln

Gerald Watzal, erst seit wenigen Wochen Präsident des Verbandes Druck und Medientechnik, möchte den Kollektivvertrag für Zeitungsdrucker neu aufschnüren. Eigentlich sollte der noch bis Ende 2016 gelten. Die Gewerkschaft ist wenig begeistert.

Zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft bahnt sich möglicherweise herbstlicher Zwist an. Gerald Watzal, erst seit wenigen Wochen Präsident des Verbandes Druck und Medientechnik, erklärt nun exklusiv im Gespräch mit 4c, den erst im September 2012 beschlossenen Kollektivvertrag für Zeitungsdrucker vorzeitig aufschnüren zu wollen.

Eigentlich sollte der Vertrag noch bis Ende des Jahres 2016 gelten. Aber: "So lange haben wir bestimmt nicht mehr Zeit", pocht Watzal mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der zeitungsdruckereien auf rasche Neuverhandlungen. "Bis Anfang kommenden Jahres sollen Ergebnisse auf dem Tisch liegen", so der Verbandspräsident und meint damit vor allem eine Neuordnung des durchaus komplexen Zulagensystems für Zeitungsdrucker. "Da gibt es Regelungen, die stammen aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und sind bestimmt nicht mehr zeitgemäß", meint Watzal gegenüber 4c.

Die Gewerkschaft ist über das Tempo des Arbeitgeberchefs wenig erfreut. "Den Zeitplan von Herrn Watzal halten wir für unrealistisch", sagt Verhandler Christian Schuster, gleichzeitig aber verschließt sich die Gewerkschaft nicht grundsätzlich gegen vorzeitige Änderungen im Kollektivvertrag, "wenn die Maßnahmen nicht einseitig sind". Auch Zulagen könnten durchaus Gegenstand von Gesprächen sein, wenn es dann etwa eine Kompensation über höhere Grundlöhne gebe, so Schuster. 

Die Gewerkschaft wälzt außerdem die Idee einer Branchenstiftung, die von den Arbeitgebern alimentiert wird und Drucker, die etwa durch Rationalisierung in den Betrieben ihren Arbeitsplatz verlieren, künftig finanziell unterstützt. Diese Stiftung lehnt Watzal im Gespräch mit 4c ab: "Das würde ja bedeuten, gleich im vorhinein aufzugeben. Davon halte ich gar nichts."

Watzal wirft der Gewerkschaft im 4c-Gespräch vor, die Verhandlungn nicht mit dem nötigen Nachdruck zu verfolgen. "Natürlich werden wir nicht bis Anfang nächsten Jahres fertig, wenn die Gewerkschaft im Juni den nächsten Termin für Ende Oktober in Aussicht stellt. Das muss künftig schneller gehen."

Mehr über die Pläne von Gerald Watzal erfahren Sie exklusiv in Ausgabe 6/2014 von 4c. Die Ausgabe erscheint am 3. September 2014.

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