Business Design Tools Druck Digital PLUS
StartseiteDruckTextildruckBlaumann, persönlich

Textildruck

14.05.2015 09:27

Blaumann, persönlich

Mit dem Textil-Direktdruck hat nun auch der Textilmarkt seine Technologie zur Personalisierung. Ein britisches Unternehmen entwickelt das Verfahren nun für noch mehr Substrate weiter.

Das Bedürfnis, das die Grundlage für das Geschäft des Briten Gavin Drake ist, fasst der in einigen wenigen Worten zusammen: „Jeder will anders sein“. Und dieses Anders, das will gezeigt werden, bei jeder Gelegenheit, in jeder Situation. Die Technologie, mit der Gavin Drake dieses Bedürfnis erfüllt, ist der Textil-Direktdruck. Drake ist Chef des Londoner Textildruckunternehmens Garment Printing und hat sich auf Arbeitskleidung spezialisiert, die er mit dem Textil-Direktdruck personalisiert: „Nicht nur die großen Unternehmen wie Apple oder McDonalds können es sich nun erlauben, in die Arbeitskleidung der Mitarbeiter zu investieren. Jetzt können es sich auch die kleineren Unternehmen leisten.“, sagt Drake gegenüber 4c. Erst vor kurzem hat man mit dem Modelabel B&C Collection, spezialisiert auf Arbeitskleidung, eine personalisierbare Denimlinie, die „B&C DNM Collection“, entworfen.

Mehr Stoff


Das Spektrum der Anwendungen wird derzeit rasant erweitert. Bisher hatte der Direktdruck den Ruf, weiße T-Shirts hervorragend bedrucken zu können. Bei farbiger und schwarzer Baumwolle wurde es schwierig und bei anderen Materialien versagte das Verfahren ganz. Die Experten von Garment Printing haben das Verfahren weiterentwickelt. Drake resümiert: „Zunächst druckten wir auf 100 Prozent Baumwoll-Kleidung, jetzt auch auf Polyester-Baumwoll-Mix, Leder und Jeansstoff.“
Ihren Beitrag leisten moderne Geräte für Direct-to-Garment, also den Direktdruck; etwa der Brother GT3. Zentrale Anforderungen sind ein ausgeklügelter Transportmechanismus für das Kleidungsstück und spezielle Tinten, die direkt auf die Textilie aufgetragen und von ihr absorbiert werden.

Für Online-Shops

Die Personalisierung ist für Garment Printing-Chef Drake ein zentraler Hoffnungsträger im Geschäftsmodell von Direct-to-Garment. Sie realisiert kleine Druckauflagen und erschließt damit große Zielgruppen. „Direktdruck ist ein schneller Weg zur Herstellung von Vollfarb-Designs in wenigen Minuten, deshalb wird es von so vielen verschiedenen Kunden genutzt.“ Das Verfahren passe einfach in die „personalisierte Welt“. „So können Sie einen Online-Shop mit Hunderten von Designs führen, auf Investitionen in die Lagerung aber verzichten. Es unterstützt Geschäftsmodelle, die keine Lagerhaltung benötigen. Wir arbeiten für viele solcher Kunden.“

Kindersicher

Gegenüber dem Direktdruck besitzen Transferdruck und Screen Printing allerdings klare Kostenvorteile bei höheren Auflagen. Direct-to-Garment kann mit einfachem Setup kleine Bestellmengen schnell realisieren, nachteilig aber sind der Wartungsaufwand und die höheren Tintenkosten. Überzeugend ist das Ergebnis besonders, wenn der Job ein fotografisches Bild oder ein vielfarbiges Logo mit verschiedenen Tönen beinhaltet. Das Verfahren zeichnet sich durch guten Druck vieler Farben, Schatten und Farbtiefen aus. Die Tinte geht direkt in die Stoffaser. Die Farben selbst sind wasserbasiert, ökologisch freundlich und deshalb auch für Kinderkleidung geeignet. Diese Eigenschaft könnte dem Direktdruck bald eine sehr spendable Kundschaft bringen: Fürsorgliche Eltern, die ihren Sprösslingen eben möglichst viel an textiler Individualität finanzieren möchten. 

Ingo Woelk

(4c Printausgabe 3/2015)


leaderboard,skyscraper,rectangle_cad_300_250,banner_468,rectangle_300_250,rectangle_300_100