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Streit um Kollektivvertrag

27.09.2017 10:01

Gewerkschaft kündigt weitere Hausbesuche an

Die Auseinandersetzung zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaft in der Druckbranche nimmt an Schärfe zu: nach einer Demo vor einer niederösterreichischen Druckerei kündigt die Gewerkschaft weitere Versammlungen vor Druckbetrieben an.

Die Gewerkschaft hat die Gangart in dem seit einem Jahr schwelenden Konflikt um den Kollektivvertrag für Drucker verschärft. Am Montag hat in Niederösterreich die erste Protestkundgebung vor dem Betrieb von Wirtschaftskammer-Fachverbandsobfrau Ingeborg Dockner stattgefunden. Laut Gewerkschaft sind Delegationen aus ganz Österreich gekommen, in Summe 200 bis 250 Personen.

Die Kundgebung sei erst der Beginn gewesen. "Einzelne Arbeitgeber versuchen bereits Kapital daraus zu schlagen, dass die KV-Fähigkeit vor einem Jahr zurückgelegt wurde, indem sie die Arbeitsbedingungen verschlechtern", sagte der stellvertretende GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher zur APA. Als Beispiel nannte Dürtscher die Firma Klampfer in der Steiermark. Am 4. Oktober wird die Gewerkschaft daher dort als nächstes protestieren. Sollte die Kammer nicht einlenken, werde man noch bei anderen Firmen vorstellig, kündigte der Gewerkschafter an.

Kritik an der heutigen "Kampfmaßnahme" kommt von Dockner. Ihr sei "nicht verständlich, warum die Gewerkschaft die Gesprächsbasis zu diesem Zeitpunkt so massiv gefährdet", heißt es am Montag in einer Aussendung. "Es ist nicht akzeptabel und ein ganz gefährlicher Weg, Funktionärinnen persönlich zu attackieren und deren Betriebe gezielt zu schädigen."

Ärger gab es auch um eine Postwurfsendung, die nun im Bezirk Weiz aufgetaucht ist.

Gelbe Karte für Daniela Klampfer" ist unter anderem darauf zu lesen. Auftraggeber war die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp). Die Wirtschaftskammer Steiermark sprach von einem "niveaulosen Schlag unter die Gürtellinie".

Auf der "Karte" werde die Inhaberin der Universitätsdruckerei Klampfer, die in St. Ruprecht an der Raab rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, wegen des KV-Wegfalls "persönlich diffamiert". Gemeinsam mit Regionalstellenobmann Vinzenz Harrer fordert der steirische Wirtschaftskammerpräsident Josef Herk von den Gewerkschaftsspitzen eine "klare Distanzierung".

Auf dem Flugzettel, der am Dienstag in der Region Weiz an alle Haushalte gegangen sei, ist ein Foto der Unternehmerin zu sehen. Außerdem wird Klampfer aufgefordert, die Arbeitsbedingungen nicht zu verschlechtern. Ihr wird von der Gewerkschaft ein verantwortungsloses Vorgehen vorgeworfen, da sie aufgrund des derzeit fehlenden Kollektivvertrags in dieser Branche Einzelverträge mit ihren Mitarbeitern geschlossen hat.
"Mir blieb aufgrund des aktuell rechtsfreien Raums auch gar keine andere Wahl. Meine Mitarbeiter sind trotzdem bestens geschützt und werden fair entlohnt", verteidigte sich Klampfer in einer Aussendung der Kammer und zeigte sich schockiert.

Hintergrund ist der seit längerem schwelende Streit um einen neuen Kollektivvertrag. "Wir haben der Gewerkschaft mitgeteilt, dass wir an einer demokratischen Willensbildung unserer Mitgliedsunternehmen und Ländergruppen intensiv arbeiten - und dass das bis November dieses Jahres erledigt sein wird. Wir haben weiters angeboten, dass die Gewerkschaft im Sinne umfassender, schneller Information ihre Position dazu - gerne auch über unsere Kommunikationskanäle - allen Unternehmen direkt darlegt. Dass anstelle dessen jetzt gezielte Kampfmaßnahmen stattfinden, ist sachlich nicht gerechtfertigt und - gelinde gesagt - kontraproduktiv", so die Obfrau des Fachverbands Drucks, Ingeborg Dockner.

Am 4. Oktober will die Gewerkschaft bei Klampfer protestieren. Sollte die Kammer nicht einlenken, werde man noch bei anderen Firmen vorstellig, kündigte der stellvertretende GPA-djp-Bundesgeschäftsführer Karl Dürtscher am Montag an.
(APA)

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