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Kollektivverträge

30.10.2017 15:48

Keine Bewegung bis Dezember

Stillstand beim Tauziehen um eine neue Kollektivvertragsregelung für Drucker: erst im Dezember will sich der zuständige Fachverband auf eine Linie festlegen.

Der kollektivvertragslose Zustand für die rund 9.000 Drucker dauert mindestens noch bis Dezember an, womit die Arbeitnehmer bereits über ein Jahr auf ihren neuen Kollektivvertrag warten. Wie der "Standard" (Mittwoch-Ausgabe) berichtet, soll es erst am 1. Dezember ein Treffen der Arbeitgeber geben, in dem sie über die weitere Vorgangsweise beraten.

Wobei die Causa durchaus ungewöhnlich ist, wie selbst die Arbeitgeber in einer Presseaussendung vom September des heurigen Jahres einräumten. Der ursprüngliche Verhandlungspartner aufseiten der Arbeitgeber, der Verband Druck und Medientechnik, sah sich nämlich im September des Vorjahres aufgrund der Komplexität des Verhandlungswerkes außerstande, weiter zu verhandeln und übergab an den Fachverband Druck der WKÖ, der seitdem seine eigene Linie sucht.

Anfang September des heurigen Jahres teilte der Fachverband dann in einer Aussendung mit, dass es bis zum November eine Entscheidung auf Länderebene geben soll. Der kollektivvertragsfreie Zustand hatte zuvor bereits zu Protestveranstaltungen der Arbeitnehmer geführt, die von einem "einzigartigen Zustand" sprachen.

Die Entstehung des Kollektivvertrages geht auf die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts zurück. Der Grundstein wurde 1870 durch ein Koalitionsgesetz gelegt, das die Aufhebung der Strafandrohung für Verabredungen und Streiks vorsah. 1896 kam es dann zum Abschluss des ersten umfassenden Kollektivvertrages, Pioniere waren damals die Buchdrucker.

Jährlich werden etwa 450 Kollektivverträge zwischen den Sozialpartnern abgeschlossen. Eine Bezahlung von Mitarbeitern unter Kollektivvertrag ist verboten. In Österreich fallen fast alle Arbeitnehmer unter Kollektivverträge, in Deutschland sind es etwa 50 Prozent.

Derzeit läuft die Herbstlohnrunde, die von den gut 180.000 Beschäftigten der Metallindustrie gestartet wurde. Ebenfalls am Verhandeln sind die Beamten, als nächstes folgen die rund 500.000 Beschäftigen des Handels.

Eine Erhöhung des Kollektivvertrages erfolgt nicht automatisch, sondern über Verhandlungen der Sozialpartner. Ein Rechenbeispiel der Gewerkschaft legt nahe, dass es selbst bei minimalen Lohnerhöhungen um viel Geld geht: Verdient ein Arbeitnehmer 2.200 Euro brutto und er bekommt statt einer Lohnerhöhung von zwei Prozent eine Nulllohnrunde, liegt der Verlust nach zehn Jahren bei 6.745 Euro.

(APA)

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