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Kampagne

09.09.2015 12:43

870 Millionen Euro für Zeitungen und Zeitschriften

Die Österreich-Filiale von Printpower legte heute einige Zahlen zur Nutzung gedruckter Medien in Österreich vor und präsentierte eine neue Kampagne zum Umwelteinfluss von Print.

Die Initiative Print Power Austria (PPA) hat am Mittwoch eine Kampagne zur Bedeutung von Papier und Printmedien für Wirtschaft, Medien und Umwelt präsentiert. "Printprodukte sind aus unserem Alltagsleben nicht wegzudenken. Auch wenn Print durch die Digitalisierung unter Druck gerät, hat es weiterhin überzeugende Qualitäten", erklärte PPA-Präsident Gerald Grünberger.

"Doch in den Köpfen vieler Menschen ist manche falsche Vorstellung über Print fest verankert, diesen wollen wir Fakten gegenüberstellen", so Grünberger, der auch Geschäftsführer des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) ist. Den Konsumenten seien die Vorteile von Print mehrheitlich bewusst, das zeige unter anderem eine europaweite Umfrage von Two Sides und Toluna. "80 Prozent der Konsumenten lesen lieber auf Papier als am Bildschirm. 74 Prozent bevorzugen die Haptik von Papier gegenüber anderen Medien. Diese Assets tragen dazu bei, dass laut Konsumerhebung der Statistik Austria heimische Haushalte im Jahr rund 870 Millionen Euro für gedruckte Zeitungen und Zeitschriften ausgeben", so Grünberger.

Elektronische Kommunikation gehe darüber hinaus nicht unbedingt "mit mehr Nachhaltigkeit einher". Der Mythos, dass digitale Kommunikation umweltfreundlicher sei, sei demnach nicht aufrecht zu erhalten. Grünberger: "Eine einzelne Person, die ein Jahr lang eine Tageszeitung bezieht und eine halbe Stunde täglich liest, ist laut einer Studie des Königlich-Schwedischen Instituts für Technologie für den Ausstoß von 28 Kilogramm CO2 pro Jahr verantwortlich. Das Äquivalent bei 30 Minuten Computernutzung am Tag entspricht 35 Kilogramm CO2 pro Jahr. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass eine Zeitung von mehreren Nutzern gelesen wird. Auch digitale Medien haben einen ökologischen Fußabdruck." Der Initiative Power Print gehe es aber vor allem um "Schaffung von Bewusstsein und nicht um Verdammnis elektronischer Kommunikation".

Austropapier-Geschäftsführerin Gabriele Herzog wies auf den hohen Altpapier- und Recycling-Anteil bei der Produktion von Printprodukten hin. "Zum Schulbeginn fordern immer wieder einzelne Lehrer, Eltern oder Politiker, gedruckte Schulbücher und Hefte durch E-Books und Tablets zu ersetzen, schließlich würden dem zahlreiche Bäume zum Opfer fallen. "Das ist eines der Märchen, mit dem wir aufräumen möchten. Holznutzung ist aktiver Umweltschutz", betonte Herzog. Das Holz für die Papierherstellung komme aus der Waldpflege oder Sägeindustrie, es stamme aus nachhaltiger Forstwirtschaft - das heißt zum Beispiel, es werde nicht mehr geerntet als nachwächst. Auf der anderen Seite sei Elektroschrott inzwischen der am schnellsten wachsende Bestandteil des Abfallaufkommens. 50 Millionen Tonnen werden pro Jahr weltweit entsorgt. (APA)

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